München Venedig Tag 12 Stein

Tag 12 - von der Olpererhütte nach Stein in Südtirol - wir erreichen Italien

Es geht, trotz unsicheren Wetters, weiter auf dem Traumpfad. Das Tagesziel soll Stein in Südtirol sein. Somit wollen wir die Durchquerung Österreichs heute abschließen und werden Italien erreichen. Von den Höhenmetern wird es, zumindest was den Aufstieg betrifft, ein entspannter Tag. Da wir auf dem Neumarkter Höhenweg unterwegs sein werden, erwartet uns eine sehr komfortable Wegführung.

Ein paar Zahlen:

  • 12,5 Kilometer
  • 390m hoch und
  • 1.200m runter
  • Zeit unterwegs: 07:15 Stunden
  • Höhe Start: 2.389m
  • Höhe Ende: 1.565m

Die Strecke als Route und als Höhenprofil:

Am Vorabend erfuhren wir vom Hüttenwirt, dass am nächsten Tag der Hubschrauber kommt. Die Olpererhütte wird nämlich mit dem Hubschrauber versorgt. Für uns bedeutete das einen frühen Aufbruch, denn die Frühstückszeiten werden an solchen Tagen auf 6:00 vorgezogen. Uns kam das gelegen, da wir sowieso gerne früh unterwegs sind. Entgegen unserer Gewohnheit das Frühstück auszulassen, wollten wir es uns hier auf der Hütte nicht entgehen lassen. Wir wurden nicht enttäuscht, alleine schon weil es Kaffee aus dem Kaffeevollautomaten gab. Der beste Kaffee der Tour bisher.

So ging es dann, nach ein paar Fotos des morgendlichen Panoramas, schon kurz nach 7:00 Uhr wieder los. Das Wetter war recht freundlich und die grauen Wolken ließen den blauen Himmel an vielen Stellen durchschauen.

Schlegeisspeicher am Morgen - München Venedig Tag12
Morgendliches Panorama vom Schlegeisspeichersee
Olpererhütte - Blick zurück - München Venedig Tag12
Blick zurück zur Olpererhütte

Unsere Tour verlief an diesem Tage auf dem Neumarkter Höhenweg. 2006 wurde hier von der DAV Sektion „Neumarkt in der Oberpfalz“,in mühsamer Arbeit, aus Steinplatten ein wahnsinnig komfortabler Wanderweg geschaffen. Vier Männer erschufen in 43 Tagen, mit Hilfe eines umgebauten Schreitbaggers, einen 3 km langen Weg. In meinen Bildern ist gut zu erkennen wie angenehm es sich auf diesem wandern lässt.

Panoramablick auf dem Neumarkter Höhenweg - München Venedig Tag12
Neumarkter Höhenweg
Brücke auf dem Neumarkter Höhenweg - München Venedig Tag12
Kleine Brücke über einen Schmelzwasserbach

Schnell kamen wir auf dem tollen Höhenweg voran. Es war den ganzen Tag über ein leichtes auf und ab. Die Olpererhütte verschwand schnell aus unserm Blickfeld, wohingegen der Schlegeisspeichersee uns noch eine ganze Weile mit seinem Anblick erfreute. Immer wieder galt es kleine Bachläufe zu queren. Diese Wasserläufe, gespeist von den Gletschern und Schneefeldern über uns, können bei starker Sonneneinstrahlung stark ansteigen und ein Überqueren gefährlich machen. Gerade der Zamserbach, unweit des Pfitscher Jochs, hat es da in sich. Daher empfiehlt sich ein früher Aufbruch von der Olpererhütte, um den steigenden Schmelzwasserpegel zu fortgeschrittener Tageszeit zu umgehen.

Oft hat man den Eindruck, auf einer alten Römerstraße unterwegs zu sein, so komfortabel läuft es sich auf den großen Steinplatten. Auch die wunderschön angelegten Treppen machen die vielen kleinen Aufstiege sehr angenehm.

Alpenpanorama - München Venedig Tag12
Treppenpanorama
Komfortabler Weg - München - Venedig Tag 12-1
Komfortabel
Neumarkter Höhenweg - München Venedig Tag12
Immer wieder Treppen auf dem Neumarkter Höhenweg
Olpererhütte Blick zurück - München Venedig Tag12
Die Olpererhütte
Schlegeisspeicher am Morgen - München Venedig Tag12
Schlegeisspeichersee
Der Olperer - München Venedig Tag12
Der Olperer

Nach einer Weile können wir beim Zurückblicken den mächtigen Olperer, Namensgeber der gleichnamigen Hütte, bewundern.

Stahlseile sichern den Abstieg - München Venedig Tag 12
Stahlseilversicherung

Etwa nach einer Stunde kommen wir, an einen mit Stahlseilen versicherten Abstieg. Nichts Kritisches und der einzige dieser Art am heutigen Tage. Unten angekommen durchqueren wir ein wunderschönes grünes Tal. Durchzogen wird es vom Unterschrammach-Bach, den wir über eine kleine Brücke queren. Ein schöner Ort der uns kurz zum Verweilen einlädt. Weiter geht es wieder etwas bergauf, immer wieder mit schönen Blicken zurück auf den Schlegeisspeichersee.

Um 9:00 Uhr hören wir dann den Hubschrauber, kurz darauf sehen wir ihn. An einem langen Seil baumelt das Tragnetz mit den Lebensmitteln für viele zukünftige hungrige Wanderer.

Hubschrauberversorgung der Olpererhütte - München Venedig Tag 12
Hubschrauberversorgung
Neumarkter Höhenweg - München - Venedig Tag 12-2
Da gehts aber runter
Oli auf dem Weg nach Italien - München Venedig Tag 12
Oli auf dem Weg nach Italien

Immer wieder säumten riesige Steinmännchen unseren Weg. Teilweise waren das kunstvoll aufgestapelte Steintürme, die mich zum einen oder anderen Foto animierten.

Steinmonster - München Venedig Tag 12
Steinpyramide

Hin und wieder mussten wir auch mal einen Wasserlauf ohne Brücke queren. Die schrägen Felsplatten, über die das Wasser lief waren ganz schön glitschig und wir mussten höllisch aufpassen nicht auszurutschen. Soweit ich gehört habe wurde eine dieser Querungen 2018 zwei Wanderern zum Verhängnis und sie bezahlten ihre Unachtsamkeit mit dem Leben. Selbst an so unkritisch wirkenden Stellen sollte man immer höchst konzentriert sein.

Langer Weg - München Venedig Tag 12
Wasserlauf voraus
Bachquerung - München Venedig Tag 12
Ganz schön glitschig
Der letzte Blick auf den Schlegeisspeicher - München Venedig Tag 12
Letzer Blick zum Schlegeisspeicher
Panorama am Schlegeisspeicher - München Venedig Tag 12
Letzer Blick zum Schlegeisspeicher

Es ist schon 10:00 Uhr,als wir dann den ersten Blick auf das Pfitscher Joch erhaschen. Es sollte aber noch fast eine Stunde dauern, bis wir endlich dort ankamen. Der Weg schlängelt sich bis dahin noch eine ganze Weile am Bergrücken entlang. So erreichten wir vorher, um halb elf die Brücke über den Zamserbach. Bei uns war sie in gutem Zustand, sie soll die Jahre vorher aber des Öfteren vom Wasser beschädigt worden sein.

Pfitscher Joch
Pfitscher Joch aus der Ferne
Brücke vor dem Pfitscher Joch über den Zamserbach - München Venedig Tag 12
Zamserbach

10 Minuten später dann der große Moment, wir überschritten die Grenze zu Italien. Wir hatten es geschafft ein ganzes Land zu durchwandern. Die Überquerung der Grenzbrücke, zwischen Vorder- und Hinterriß, im letzten Jahr, schien so unendlich lange zurück zu liegen. So mussten erst mal ein paar Beweisfotos geschossen werden, bevor es weiter zum Pfitscherjochhaus ging. Dort angekommen war es quasi ein Pflichtstop, um unseren ersten italienischen Espresso zu genießen. So saßen wir dann auch fast eine Stunde, bevor es an den Abstieg nach Stein ging. Das Wetter war zwar etwas trüber geworden, doch zumindest regnete es nicht.

Blick auf den Weg zurück zur Olpererhütte - München Venedig Tag 12
Blick zurück
Italien - Grenzübergang am Pfitscherjoch - München Venedig Tag 12
Grenze zu Italien am Pfitscher Joch
Pfitscherjochhaus - München - Venedig Tag 12
Pfitscherjochhaus

Gleich unterhalb des Pfitscherjochhauses passierten wir den Jochsee mit letzten Schneeresten an seinem Ufer. Ein kurzes Stück ging es dann auf einem breiten Schotterweg, bevor wir auf einen kleinen Pfad abbogen. Von hier aus bekamen wir einen wunderschönen Blick ins Tal, an dessen Anfang Stein liegt.

Jochsee am Pfitscherjoch - München - Venedig
Jochsee
Blick nach Südtirol vom Pfitscherjoch - München - Venedig
Ausblick vom Pfitscher Joch nach Südtirol

Der Weg schlängelte sich über Wiesen und durch einen Wald, zeitweise begleitet von einem Bach. Dieser ist an einer Stelle richtig rot, vermutlich wegen Eisens im Wasser. Der Weg selbst war sehr angenehm und abwechslungsreich. Um 13:00 verließen wir schließlich den Wald und gingen noch ein kleines Stück über ein Wiesengelände, vorbei an verfallenen Heuschobern. Von dort konnten wir schon die wenigen Dächer von Stein erkennen und erreichten die Häuser schon kurz darauf.

Am Orteingang zog eine verfallene Kapelle unsere Blicke auf sich. Schade, dass das ehemals schöne Gebäude, so von den Unbilden der Natur, in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Ortseingang Stein in Südtirol
Kapelle in Stein

Aufgrund vieler Empfehlungen bezogen wir unser Quartier im Gasthof Stein. Ein sehr altes Haus mit unheimlich viel Historie. Für mich sind solche Unterkünfte immer was Besonderes, auch wenn sie nicht den Komfort moderner Hotels und Pensionen bieten. Die Wirtin Sonja empfing uns sehr herzlich. Man hatte hier gleich das Gefühl, zur Familie zu gehören. Ich muss aber alle warnen, die solche Unterkünfte nicht zu schätzen wissen. Es ist nicht jedermanns Sache. So mussten wir die Dusche fast eine viertel Stunde laufen lassen, bevor warmes Wasser kam. In der Gaststube hatte man das Gefühl, hundert Jahre zurück in die Vergangenheit geschickt worden zu sein. Aber gerade das macht es zu einem besonderen Ort, den wir sehr zu schätzen wussten.

Unsere Augsburger Freunde trafen kurz darauf auch ein und gemeinsam warteten wir aufs Abendessen. Die Entscheidung, was wir essen, wurde uns einfach gemacht. Die Wirtin meinte dass die Oma heute Zwiebelrostbraten gekocht hätte. Alle waren sich da sofort einig und wenig später ließen wir uns das köstliche Gericht schmecken. Im Anschluss durften wir Sonjas hausgemachten Zirbenschnaps verkosten. Nicht mein Ding, aber trotzdem ein Erlebnis.

So verbrachten wir noch einen kurzweiligen Abend mit viel Gelächter. Es ging dann aber zeitig ins Bett, da uns am nächsten Tag eine deutlich anstrengendere Etappe erwartete: Der Weg über die Gliederscharte.

Uns hier geht es weiter zum nächsten Kapitel

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