Zirkumzenitalbogen über Pfaffenhausen
Sofort machte ich ein paar Aufnahmen.
Wissend dass wir einen Top-Fachmann zum Thema Lichterscheinungen in Hammelburg haben, schickte ich an Christian Fenn eines der Bilder mit der Bitte der Erklärung um welches Phänomen es sich genau handelt.
Seine sehr ausführliche Erklärung könnt ihr hier lesen:
"Deine Erscheinung nennt sich Zirkumzenitalbogen. Sie entsteht nur bei tiefstehender Sonne, in der Regel unter 25 Grad (ist aber bis max 32 Grad möglich). Das ist im Winter natürlich häufig der Fall. Der Größe der Erscheinung nach zu urteilen und dem genannten Aufnahmemonat dürfte sie zur Mittagszeit entstanden sein.
Um sie zu erzeugen bedarf es kleiner Eiskristallplättchen, die horizontal (sowieso meist so bei Plättchen) in der Atmosphäre schweben.
Dann tritt Licht an der oberen Basisfläche ein und wird so gebrochen, dass es an einer der sechs Seitenflächen wieder austritt und dein Auge trifft. Die Erscheinung tritt nicht all zu häufig auf, man schätzt etwa an 20-30 Tagen im Jahr.
Das interessante an Deiner Aufnahme ist, dass unten Wasserwolken hängen, während oben drüber Eiswolken schweben. Vermutlich war das Wetter gerade am umschlagen. Ein Hochdruckgebiet dürfte ein Tiefdruck überlagert haben."
Um sie zu erzeugen bedarf es kleiner Eiskristallplättchen, die horizontal (sowieso meist so bei Plättchen) in der Atmosphäre schweben.
Dann tritt Licht an der oberen Basisfläche ein und wird so gebrochen, dass es an einer der sechs Seitenflächen wieder austritt und dein Auge trifft. Die Erscheinung tritt nicht all zu häufig auf, man schätzt etwa an 20-30 Tagen im Jahr.
Das interessante an Deiner Aufnahme ist, dass unten Wasserwolken hängen, während oben drüber Eiswolken schweben. Vermutlich war das Wetter gerade am umschlagen. Ein Hochdruckgebiet dürfte ein Tiefdruck überlagert haben."
Mondaufgang an der Trimburg
Wieder so eine Geschichte bei der viel Glück im Spiel war. Eigentlich wollte ich an dem Abend mir irgendwo im Saaletal einen Platz suchen, um meine neue astronomische Nachführung auszuprobieren. Kaum von zuhause weg gefahren bemerkte ich jedoch nahe Trimberg einen dunkelroten Schein am nächtlichen Himmel. Ganz verdutzt fuhr ich weiter in die Richtung und sah nach der nächsten Kurve einen, aufgrund eines Wolkenschleiers, tiefroten Mond neben der Trimburg leuchten.
Sofort war alles klar. Ich wußte wo ein guter Standplatz wäre und flog buchstäblich dort hin. In windeseile war mein Stativ aufgebaut und so konnte ich, in unzähligen Bildern, festhalten wie der, erst noch blutrote, dann gelbe Mond den Waldkamm an der Trimburg emporstieg. Ein wirklich tolles Schauspiel.
Technisch allerdings ist dies nicht so einfach mit der Kamera festzuhalten und die Bilder, die ich später stolz präsentieren konnte, bedurften einiger Nacharbeit am PC. Die Herausforderung waren der sehr helle Mond und die stark beleuchtete Trimburg. Bei einer normalen Aufnahme wären diese beiden Objekte in einer dunklen Fläche ertrunken und der mystisch anmutende Bergkamm wäre überhaupt nicht zu sehen gewesenen. Also fertigte ich jeweils mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtungszeit an. Bei diesen Aufnahmen sind dann z.b. einmal der Mond und die Burg richtig belichtet, dafür der Rest dunkel. Bei anderen ist dann der Bergkamm gut zu sehen, dafür überstrahlen die beiden Hauptobjekte total und sind nur noch leuchteden Flächen ohne Struktur. Mit Hilfe einer HDR-Software werden dann diese verschiedenen Aufnahmen miteinander verrechnet und ermöglichen es, nach einem weiteren Feinschliff, die Szene so darzustellen wie es unser Auge auch wahrnimmt. Es gibt einige Puristen die nicht viel von der Nachbearbeitung am PC halten. Ich bin der Meinung, wenn mir der PC hilft die Unzulänglichkeiten der Technik auszugleichen und so zu fotografieren wie ich es auch gesehen habe, dann ich es gerechfertigt.
Es läuft nicht immer so wie es soll
Es ist mal wieder Zeit für eine neue Geschichte
Mit den aktuellen Schneemassen und eisigen Temperaturen vor der Türe verschlägt mich meine Erinnerung an den letzten Sommerurlaub auf Mallorca zurück. Und wie immer im Urlaub war auch dieses Mal das Fotografieren ein fester Bestandteil. Natürlich mussten auch wieder ein paar stimmungsvolle Aufnahmen sein und ich suchte mir dafür die Örtlichkeiten auf unseren Tagesausflügen mit der Familie aus. So war mir auch schnell klar dass ich einen Sonnenaufgang über dem berühmten Cap Formentor, im Nordosten der Insel, festhalten wollte. Während eines Ausflugs mit der Familie konnte ich auch einen schönen Aussichtsturm auf einem Berggipfel ausmachen, der ideal als Standpunkt für die Aufnahmen wäre. Problem an der Geschichte war die Entfernung. Wir hatten unser Hotel an der Ostküste und über die Landstraße waren es fast 1,5 Stunden bis zu dem Turm. Aber, auch wenn mich viele für völlig bescheuert halten, mir war es das wert, und so hieß es um 3.30 Uhr nachts aufstehen um das Ziel rechtzeitig zu erreichen. Eigentlich wollte ich ja am vorletzten Tag die Tour machen, aber weil ich Schussel das Tanken vergessen hatte verschob es sich auf den letzten vollen Tag auf der Insel. Genau das sollte mein Verhängnis werden.
Nun gut, der Wecker klingelte mitten in der Nacht und ich sprang schnell in meine bereitliegenden Klamotten um in das bereits gepackte Auto zu springen. Die Fahrt auf den logischerweisen sehr leeren Strassen verlief wie geplant und es blieb mir auf dem Weg sogar noch Zeit, auf dem unterhalb des Turmes gelegenen Aussichtspunkt, ein paar Fotos zu schießen. Das Besteigen des Turmes stellte sich danach als gar nicht so einfach dar, denn ich mußte, bepackt mit Stativ und Rucksack, aussen an ein paar Eisenbügeln 6m hoch, um mich dann durch ein kleines Loch ins Innere zu zwingen. Danach nochmals durch ein enges Loch auf die Turmplattform. Ich sag mal so, kalt war es mir danach keinesfalls mehr, trotz des strammen kühlen Windes.
In Ruhe bereitete ich alles vor und genoss den Blick auf die verschiedenen Sternbilder und hielt das schön über dem südlichen Horizont zu sehenende Orion-Sternbild in vielen Bildern fest. Die beginnende Dämmerung ließ mich innerlich Luftsprünge machen, so vielversprechend sah es aus. Immer wieder ließ ich die Blicke über das Cap und die unter mir liegende Bucht von Alcudia schweifen. Bis auf den Wind, der mir die Haare kräftig durchwirbelte, war es eine absolute Stille. Da war er wieder, einer der Momente die mich vermutlich mein Leben lang in der Erinnerung begleiten würden. Genau diese Augenblicke die das Frühe Aufstehen tausendmal wert waren.
Nun kam die Zeit wo das hier im Artikel gezeigte Bild aufgenommen wurde. Die Dämmerung war ein Meister der Farben und die Pracht die sie an den Himmel zauberte war atemberaubend. Das sind glaube ich die Momente wo man begreift welche Geschenke uns die Natur Tag für Tag macht und wie sehr wir es verlernt haben diese zu schätzen.
Tja, und dann begann das Schicksal seinen Lauf. Zuerst nur kleine Wolkenfetzen die mit irrer Geschwindigkeit an mir vorüberzogen, dann immer mehr. Erst gelang es mir noch zwischen den einzelnen Wolken Fotos zu machen, dann aber wurden es immer mehr und schließlich stand ich komplett im Nebel. Die Bucht schickte mehr und mehr Wolken hoch zu mir und das nur wenige Minuten vor einem sicherlich grandiosen Sonnenaufgang, den ich nie zu Gesicht bekommen sollte. So kann einem Fotografen die Natur schöne Streiche spielen. Nach 20 Minuten, mittlerweile triefte meine Ausrüstung vor Kondenswasser, gab ich auf und begab mich auf den Heimweg, wohlwissend, keine zweite Chance zu bekommen.
Im Nachhinein betrachtet sehe ich das Ganze aber trotzdem sehr positiv. Immerhin sind mir doch einige tolle Aufnahmen gelungen und ich durfte wieder einen dieser einsamen wahnsinnig beeindruckenden Momente geniessen, für die sich so manches Opfer lohnt.
So verließ ich die Insel am nächsten Tag mit vielen vielen tollen Fotos und noch viel mehr wunderbaren Erinnerungen.
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Kreuzbergblick in der winterlichen Abenddämmerung
Ein Garant für schöne Bilder ist der richtige Ort zur richtigen Zeit. Das ist auch der Grund warum ich fast nie ohne Kamera aus dem Haus gehe. Zu vielen beeindruckene Schauspiele der Natur habe ich schon ohne Kamera in der Hand zugesehen, mich selbst verfluchend diese Momente nicht festhalten zu können.
Aber manchmal hilft auch ein wenig Planung. So auch am 30. Dezember letzten Jahres. Ich hörte von einer Inversionsschicht auf 800m, was mich sogleich an den Kreuzberg denken ließ, der ja einiges höher ist. Aber, eine Inversionsschicht, was ist das? Naja, das ist der Bereich bei einer Inversionswetterlage wo sich die beiden unschiedlich warmen Luftschichten treffen, ohne sich zu mischen. So kommt es dabei dazu dass Hochnebel nicht aufsteigen kann, sondern an dieser Grenzschicht hängen bleibt. So also auch am 30. Dezember. Also habe ich mich am Spätnachmittag auf den Weg in die Rhön gemacht. Ich weiß noch wie ich gebangt habe, während ich Höhenmeter um Höhenmeter die Straße zum Kloster hochfuhr dass der Nebel oben weg ist. Und siehe da, kurz vor dem Parkplatz konnte ich die untergehende Sonne sehen. In Windeseile ging es dann hoch zu den Kreuzen wo sich schon ein anderer Fotograf mit dem Festhalten dieses absolut faszinierenden Ausblicks beschäftigte. Mir kamen die Worte “über den Wolken, muß die Freihheit wohl grenzenlos sein” von Reinhard Mey willkürlich in den Sinn. Es war ein Anblick den man in unseren Breiten kaum kennt. Für mich war es das erste Mal außerhalb eines Flugzeugs so beeindruckend über den Wolken, im wahrsten Sinne des Worte zu schweben.
Bei frostigen Temperaturen entstand so Bild für Bild und die Dunkelheit senkte sich immer mehr über den Kreuzberg. Die ersten Sterne blinkten bald vom klaren Himmel und ich war wie in Trance, umrahmt von dutzenden toller Motive. Für mich gibt es nur wenig schöneres als solche Momenten, und es macht mich glücklich diese in gewisser Weise festhalten zu können.
Als kleinen Bonus bekam ich unbeabsichtigt noch ein kleines Geschenk. Zuhause beim “entwickeln” der Bilder entdeckte ich, dass ich bei einer Aufnahme einen “Iridium Flare” eingefangen hatte. Eine Lichtreflektion über mehrere Sekunden an einem der 80 Iridium Sateliten in der Umlaufbahn. So was wollte ich schon lange fotografieren, aber immer wenn ich mal daran dachte und einer vorhergesagt war, spielte leider das Wetter nicht mit. Umso schöner dass ich jetzt einen zufällig erwischt habe. Wenn jemand mehr darüber wissen will, so gebe ich gerne Auskunft.
Tja, wieder eine Geschichte, bei der ich beim Schreiben ins Schwärmen gerate.
Aber manchmal hilft auch ein wenig Planung. So auch am 30. Dezember letzten Jahres. Ich hörte von einer Inversionsschicht auf 800m, was mich sogleich an den Kreuzberg denken ließ, der ja einiges höher ist. Aber, eine Inversionsschicht, was ist das? Naja, das ist der Bereich bei einer Inversionswetterlage wo sich die beiden unschiedlich warmen Luftschichten treffen, ohne sich zu mischen. So kommt es dabei dazu dass Hochnebel nicht aufsteigen kann, sondern an dieser Grenzschicht hängen bleibt. So also auch am 30. Dezember. Also habe ich mich am Spätnachmittag auf den Weg in die Rhön gemacht. Ich weiß noch wie ich gebangt habe, während ich Höhenmeter um Höhenmeter die Straße zum Kloster hochfuhr dass der Nebel oben weg ist. Und siehe da, kurz vor dem Parkplatz konnte ich die untergehende Sonne sehen. In Windeseile ging es dann hoch zu den Kreuzen wo sich schon ein anderer Fotograf mit dem Festhalten dieses absolut faszinierenden Ausblicks beschäftigte. Mir kamen die Worte “über den Wolken, muß die Freihheit wohl grenzenlos sein” von Reinhard Mey willkürlich in den Sinn. Es war ein Anblick den man in unseren Breiten kaum kennt. Für mich war es das erste Mal außerhalb eines Flugzeugs so beeindruckend über den Wolken, im wahrsten Sinne des Worte zu schweben.
Bei frostigen Temperaturen entstand so Bild für Bild und die Dunkelheit senkte sich immer mehr über den Kreuzberg. Die ersten Sterne blinkten bald vom klaren Himmel und ich war wie in Trance, umrahmt von dutzenden toller Motive. Für mich gibt es nur wenig schöneres als solche Momenten, und es macht mich glücklich diese in gewisser Weise festhalten zu können.
Als kleinen Bonus bekam ich unbeabsichtigt noch ein kleines Geschenk. Zuhause beim “entwickeln” der Bilder entdeckte ich, dass ich bei einer Aufnahme einen “Iridium Flare” eingefangen hatte. Eine Lichtreflektion über mehrere Sekunden an einem der 80 Iridium Sateliten in der Umlaufbahn. So was wollte ich schon lange fotografieren, aber immer wenn ich mal daran dachte und einer vorhergesagt war, spielte leider das Wetter nicht mit. Umso schöner dass ich jetzt einen zufällig erwischt habe. Wenn jemand mehr darüber wissen will, so gebe ich gerne Auskunft.
Tja, wieder eine Geschichte, bei der ich beim Schreiben ins Schwärmen gerate.
